Alles für den Auftritt

   

Alles für den Auftritt

Irgendwie drückt doch der Schuh - Kein Wunder bei 10-Zentimeter-Heels, mit denen Ladies jetzt zu Dinner, Cocktail und Christmas-Party oder eben zur Arbeit, stacksen. Dabei gab's eine Zeit, da schlüpfen nur Männer in High Heels. Im 12. Jahrhundert halfen die Hacken den Herren, beim reiten nicht aus dem Bügel zu rutschen. Heute sollen Absätze allen helfen, die sich noch fraulicher fühlen wollen. So der Ruf. Aber wieso wirkt die Wackeligkeit eigentlich weiblich? Selbst wer geübt im stöckeln ist, steht mit Pfennigabsätzen nicht stabil. Die durch den Schuh gestreckte Silhouette, die gewonnene Höhe und vielleicht auch die temporäre Zerbrechlichkeit ergeben dann den Sexappeal - im Idealfall auch für den Träger selber. Natürlich: High Heels können den Look vefeinern, wenn sie freiwillig getragen werden. Wird der Schuh aber zur Pflicht, ist das ein Rückschritt, der Füße deformiert und den Standpunkt schwächt. Hostessen, Stewardessen, Rezeptionisten, Verkäuferinnen, Angestelle aus vielen Bereichen sind dazu aber verpflichtet. Sogar bei den Filmfestspielen in Cannes wurden Frauen ohne Heels am roten Teppich abgewiesen. Ein cleverer Schachzug der Heel-Lobby gegen Absatz-Schwierigkeiten? In England gab's sogar die Petition "Make it illegal for a company to require women to wear high heels" nachdem eine Rezeptionisten in flachen Schuhe nach Hause geschickt wurde – Der Senat äußert sich dann gegen den Zwang. Sorgen die Hacken also bei Frauen einst vor allem für Höhenflüge und bei Männern noch für Sicherkeit, haftet ihnen eine nicht mehr uneingeschränkt erhebende Wirkung an. Wer aber darauf steht, legt sich einfach ein Polster an.