Endlich wieder Raucher

   

Endlich wieder Raucher

Erstmal in Ruhe eine anzünden, die Glut betrachten, den Duft genießen, tief einatmen… Haben Sie jetzt etwa an Zigaretten gedacht? Nein, hier geht's um Räucherstäbchen. Ja, genau die, die eigentlich in Ethnoshops seit den 70er Jahren glühen und ausdauernd einen süßlich-muffigen Moschus- oder im Bestfall Lavendel-Duft verströmen. Wir reden hier natürlich nicht von diesen angestaubten Oldies. Jetzt sind die Sticks tatsächlich wieder da: Mit modernen Aromen, in edlen Hüllen und in Design-Ständern. Bedeutet: Der Rauch ist zurück. Schlank, rank und weniger plump als Duftkerzen glimmen sie nun wieder. Und das zu Recht! Vor dem vermuffen von Tuniken wurden die Stäbchen zu sakralen Zwecken gezündet, sollten Geister vertreiben und Räume reinigen, ab dem 8. Jahrhundert ließ der kaiserliche Hof in Kyoto die Stäbchen glühen. Es entstanden Duftspiele, bei denen Gäste die Zusammensetzung der Aromen erraten sollten oder selber eine Mischung entwickelten, die dann Kunstthemen, z.B. aus der Malerei, aufgriff. "Loh-do", "der Weg, dem Duft zu lauschen" wurde zum neuen Räucher-Ritual ähnlich einer Meditation - und hat bis heute, wie die Teezeremonie, bestand. Zudem nutzen die Japaner den Rauch, um auch  sich selber zu betupften. Parfum ist dort eigentlich ein Tabu – Der zarte Duftschleier der Räucherstäbchen galt als subtiler Schmuck. Darauf kommt es eben an: die Verschönerung und das Gefühl. Auch für Spätzünder wie uns.

    Räucherstäbchen-Ständer aus Keramik: Banana, NONCENSE, über www.colette.fr
    Set mit Stäbchen und Schälchen, Ortensia, von FORNASETTI, über www.net-a-porter.com
    Bambussticks mit frischen Holzduft, Cedre, ESTEBAN PARIS, über www.estebanparis.com
    Mini-Räucherstäbchen mit Sandelholz, Zimt oder Zypresse. HIBI, über www.colette.fr
    Japanische Sticks mit französischen Duft, verschiedene Varianten, ASTIER DE VILLATTE, über www.catbirdnyc.com