Pinktogram

   

Pinktogram

Zeit für die rosarote Brille – Und zwar nicht mehr als Weichzeichner, sondern Statement. Vorbei die Zeiten, in den Rosa nur Sanftheit, Harmonie und Unschuldigkeit stand. Pink bedeutet jetzt Kraft, ob als zarter Lippenstift, Lackmantel, in den Haarspitzen oder locker übergeworfenes Hemd. Das Image der Kleinmädchenfarbe verblasst. „Die Farbe steht für Optimismus, Spaß und positive Energie,“ bestätigt Jane Monnington Boddy, Director Colour & Womenswear bei dem Trendforschungsbüros WGSN. „Seit 2011 beobachten wir ganz genau die Entwicklung dieser Farbe. Mit Phoebe Philos’ Spring-Summer 2012 Kollektion für Celine tauchte Rosa wieder im High Fashion Bereich auf und gewann dort an Bedeutung. Auch der kulturelle Einfluss von Korea verstärkte sich seitdem. Gerade im K-POP sind Pink-Töne sehr präsent. Heute ist Rosa die Hauptfarbe der neuen Genderless Bewegung, also unisex,“ so der Experte. Erst girly, jetzt geschlechtslos? Fast.
In den 20er Jahren bis zum zweiten Weltkrieg war das „milde Rot“ die Schattierung für Jungen. Blut und Eros steckten drin, so der Glaube. Mädchen hüllte man dagegen in zartes Blau – so hat’s ja schließlich auch die Jungfrau Maria getan. Angeblich. Dann kamen Blaumänner und Matrosen-Uniformen auf und auf einmal gab’s die Blutverdünnung exklusiv für Mädchen. Pink ist also die ideale Projektionsfläche. Und eine Verbindung. Zwischen weiblich und männlich, aber auch zwischen Neo-Feministen und Barbie-Frauen, die auf die wohl denkbar unterschiedlichste Art die Weiblichkeit mit dieser Farbe feiern. „Es ist eine absolut feministische Farbe, weil sie so selbstbewusst ist. Und Selbstbewusstsein bedeutet, glücklich mit dem zu sein, wer du bist, “ so Monnington. Für eine Bonbon-Hülle braucht es Charakter. Wie dieser aussieht, obliegt dem Träger. Und wenn wir doch eine Bedeutung zum daran-glauben brauchen: Ursprünglich war Pink ein Verb und bedeutete etwa auszacken und durchbrechen. Im Grunde als anecken. Und das können kleine und große Mädchen wie Jungs.