Unperfekt perfekt – das moderne Denken der Beautyindustrie

   

Unperfekt perfekt – das moderne Denken der Beautyindustrie

We all have something to cover. Let´s take it off. Together. 

Die Maske fallen lassen, sein wahres Gesicht zeigen, ungeschminkt, ungeschönt – die nackte Wahrheit! Für viele keine schöne Vorstellung. Denn wer ist schon perfekt, ohne Makel und so selbstbewusst zu diesen Makeln zu stehen? – Die wenigsten. Doch mit genau diesem eigentlich offensichtlichen Tabu-Thema arbeitet nun die amerikanische Kosmetikfirma Dermablend Professional.

Ihre neue Kampagne trägt den oben genannten Slogan und zeigt zwei Frauen, die sich ihres Make-Ups entledigen. Zum Vorschein kommen starke Akne und Pigmentstörungen, die extremer fast nicht ausfallen könnten. Mutig. Doch ist das nicht eher abschreckend? Fühlen sich Menschen und vor allem potentielle Kunden davon angesprochen? Gewöhnliche Anzeigen locken den Konsumenten mit fast unmöglichen Versprechen: Strahlender, faltenfreier Teint, Lippenstift, der 24 Stunden hält, Wahnsinns-Wimpern. Am Ende meist mehr Schein als sein. Der Teint wird weder super strahlend noch verschwinden Falten im Nichts, der Lippenstift geht schon beim ersten Schluck Wasser baden und Wimpern nehmen eine andere Farbe und ein wenig Schwung auf. Theoretisch sind die Vorgaben für die Beautyindustrie gesetzlich festgelegt. Doch wer hält sich wirklich daran? Und wer möchte überhaupt die ungeschminkte Wahrheit sehen? Da liegt wahrscheinlich das wesentliche Problem. Die Erwartungshaltung aufgrund des von der Branche aufgebauten Schönheitsideals. Doch Dermablend arbeitet mit einem ganz einfachen Mittel: der Realität.

Sie sind damit anscheinend erfolgreich. Sie zeigen Menschen aus dem wahren Leben mit Hautproblemen, an denen hunderttausend andere auch leiden. Die Darstellung ist wahr, echt, ehrlich. Und natürlich zeigen sie auf diese Art und Weise auch wie toll ihr Produkt doch ist. Denn die Kampagne beweist auch, dass mit den Produkten von Dermablend alles möglich ist und jeder sich ein perfektes Äußeres erschaffen kann, egal welche Bedingungen die Person mitbringt. Auch andere Firmen wie La Roche-Posay, Eucerin oder Proactiv Solution werben mit ungeschönten vorher – nachher Bildern. Doch den Schritt in die andere, umgekehrte Richtung, trauen sich die wenigsten. Der aktuelle Spot ist nicht der erste der Reihe Go Beyond the Cover. Bereits 2011 machte Dermablend auf sich aufmerksam als sie das bekannte Tattoo-Model Rick Genest komplett unter Camouflage-Schichten “versteckten“.

Rick Genest – auch als Zombie Boy bekannt - modelte bereits für Thierry Mugler und spielte in diversen Musikvideos mit. Sein Körper ist von Kopf bis Fuß tätowiert. Für den Kosmetikhersteller zeigte er sich einmal ganz “nackt“, um dann Stück für Stück sein wahres Gesicht zum Vorschein kommen zu lassen. Die versteckte Botschaft: Menschen handeln viel zu schnell anhand des Äußeren einer Person. Auch eines der aktuellen Werbegesichter ist keine Unbekannte. Die 19-jährige Cassandra Bankson ist eine Video-Bloggerin, die bereits in einem Clip über ihr Akne-Problem sprach und ihre roten Pusteln offenbarte.

Mehr als 22 Millionen Clicks machten dieses ungewöhnliche Beauty-Tutorial zum Internet-Hit und sie zu dem neuen “Star“ von Dermablend. Es scheint als würde die Beautyindustrie umdenken und Dinge überdenken. Weg vom Perfektionismus hin zur ungeschönten Wahrheit.

Cassandra's Camo Confession

Behind The Scenes of Camo Confessions With Cassandra Bankson & Dermablend Pro