Verrücktes Rouge

   

Verrücktes Rouge

Und wer hat mit den Augen rot pudern angefangen? Die Japaner. Der neue Trend: Ein bisschen krank aussehen. "Byojaku" (zu deutsch: kränklich) nennen die Japanerinnen den Stil. Ist doch eigentlich ganz easy, denken wir - einfach mal eine Nacht durch machen und auf jedes Make-up verzichten. In Japan ist es aber ein Spiel mit Farben. Erst wird der Teint samtig-hell grundiert, die Brauen Cappucino-braun getönt und dann Rouge nicht nur die Wangen, sondern auch gleich die Augenpartie gestäubt. Auch wenn's jetzt byojaku heißt - Die Inspiration hinter der Extradosis Rot um die Augen ist nicht die letzte Grippewelle. Der Flush erinnert an Kinder, die sich gerade an der frischen Luft ausgetobt haben und soll so das meist ohnehin ebene Gesicht noch jünger, frischer und unschuldiger wirken lassen. Ein Trick, der Tradition hat und mit dem Maikos ihre Jugend betonen und den Geisha als Anti-Aging-Mittel nutzen. Wie's fernab von Harajuku und ganz ohne Fieber-Appeal funktioniert, zeigt der Spring/Summer 2017 Look von Chanel: Zart auf die Brauenknochen gestäubt wirkt das verrückte Rouge soft, subtil und strahlend-frisch, also beautiful anstatt byojaku. Game on. 

    Chanel Spring/Summer Look 2017 / Rouge: Coco Code, CHANEL