Es gibt Raiss

Die Berliner Designerin Malaika Raiss legt Wert auf kleine wie feine Details – Sei es bei ihrer zarten, poetischen Kollektion für ihr gleichnamiges Label oder dem dazu gehörigen Make-up und Haarstyling. Zum 14. präsentierte sie ihre Kollektion in Berlin – als Runway-Show und eine Art Installation im Berliner Salon. Luftig-fließende Stoffe, delikate Prints zu Teint mit subtilen Glow und Pfirsich-rosigen Lippen. Wie Visionen und Inszenierungen entwickelt, verrät sie im Interview:

Wie wichtig ist der Beauty-Look für deine Präsentationen?
Haare und Make-up vollenden den gesamten Look. Schon wenn ich designe, überlege ich: Was haben die Mädchen für eine Frisur, wie gestalte ich es? Es ist das Tüpfelchen auf dem I. Welcher Ton kann der Lippenstift haben, soll es einen Glanzpunkt im Gesicht oder Haar geben? Ich schaue auch, was du zu Models passt.

Werden die Looks – im Grunde wie Mode ja auch – deshalb auch variiert?
Genau, ein Model hat zum Beispiel tolle Augenbrauen oder eine schöne Kopfform – Das kann dann betont werden. Man geht auf den individuellen Typen ein.

Der Beauty Look, entwickelt von Loni Baur für Catrice, zur Präsentation im Berliner Salon

Denkst du, Mode und Beauty gehen heute mehr Hand in Hand als vor ein paar Jahren?
Es ist wichtiger geworden. Die Beauty-Looks sind hier aber auch nicht mehr so krass, sie sind einfacher in den Alltag zu übersetzen – Aber trotzdem speziell. Die Philosophie hat ja auch meine Mode. Was ich mache, sollte ja schon immer tragbar sein. Ich will Kleidung machen, die Frauen auch anziehen. Es gibt natürlich auch Showpieces mit einem größeren Schlitz, oder besonders aufwendige Teile, die es dann nur als Einzelteil gibt.

Gibt es denn für dich noch Trends?
Ich denke schon – Aber es mischt sich mehr und hält auch länger, als noch vor ein paar Jahren. Also im Grunde Ausläufer von Trends. Durch Social Media bekommt man ja auch alles sofort mit.

Wie hat dich das beeinflusst?
Das Telefon ist das neue Moodboard, man ist auch bei den anderen live dabei, Mädchen casten läuft auch über Instagram. Für mich ist es zum wichtigsten Medium geworden, weil ich alle Informationen in kompakter Form kriege. Ich kann so auch mit Kunden interagieren und bekomme auch gleich Feedback. Der Nachteil ist natürlich: Es geht noch schneller. Der Moment, wo man wartet, dass die präsentierte Kollektion in einer Zeitschrift gezeigt wird, ist nicht mehr so lange und man genießt ihn weniger. Das ist schade.

Was ist jetzt deine Inspiration zu der aktuellen Kollektion?
Der Auslöser war ein Bild von der dänischen Künstlerin Signe Kejlbo: „The World Deserves Flowers“ – Ich fand den Titel sehr schön. Diese Suche nach Harmonie, Entschleunigung – Das ist die Grundstimmung meiner Kollektion.

Von der Kunst inspiriert: Die Prints der Spring/Summer 18 Kollektion

Du hattest eine Show und eine Präsentation in Berlin, warum diese zwei Formen?
Bei der Präsentation können die Leute genau schauen: Wie sind die Details, wie sieht es getragen aus? Das ist mir wichtig. Die Fotos, die das Publikum macht, sind viel wichtiger, als sie früher waren – Deshalb werden auch Präsentationen wichtiger, da kann man viel besser interagieren.

Auffallen wird dann etwas schwieriger, wenn wie in Berlin viele unterschiedliche Designer in einer Location präsentieren …
Das mache ich mit einer speziellen Idee und Models als Eyecatcher – und natürlich auch Haaren und Make-up.

[Interview ]
Laura Dunkelmann
[Fotos]
PR, Wella, Catrice
Juli 28, 2017
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