Bei gutem Interior-Design geht es nicht um Objekte, sondern um Zustände. Um Übergänge zwischen Funktion und Gefühl, zwischen Inszenierung und Alltag. Auch die Esskultur verschiebt sich in diesem Kontext: weg vom reinen Bedürfnis, hin zu einem Medium, das verbindet, erinnert, inszeniert. Dass sich ausgerechnet IKEA diesem Spannungsfeld widmet, ist dabei alles andere als zufällig, sondern fast folgerichtig. Mit rund 80 Millionen Besucher:innen jährlich in seinen Einrichtungshäusern allein in Deutschland erreicht IKEA zahlenmäßig nahezu die gesamte Bevölkerung.
Wenn sich ein Akteur dieser Größenordnung verstärkt dem Thema Hospitality zuwendet, geht es längst nicht mehr nur um Möbel oder Meatballs, sondern um Räume des Zusammenkommens, um geteilte Erfahrungen, um kollektive Rituale. „Food for Thought“, das diesjährige Thema von IKEA zur Salone del Mobile in Mailand, setzt genau hier an: Essen nicht nur als Versorgung, sondern als soziale Infrastruktur.
Schon der Auftakt deutet diese Haltung an. Der Innenhof von Spazio Maiocchi, ein kleiner Markt, offen, sonnig und belebt. Zwischen lokalen Produkten und spielerischen Zitaten, Köttbullar als Chupa Chups Geschmack, entsteht eine Atmosphäre, die weniger an eine klassische Messe erinnert als an ein erstes Zusammenkommen. Freundlich, zugänglich. Ein Anfang, der weniger erklärt als einlädt.

