Aēsop macht Queer Storytelling zur Self-Care

Das Vollbad am Abend. Die Acht-Schritte-Pflegeroutine am Morgen. Ein Nein zur richtigen Zeit: Die Bandbreite von Self-Care ist groß und so viel mehr als ein flaches Beautyritual. Bei Aēsop steht sie gerade zwischen zwei Buchdeckeln. In den kommenden Tagen verwandelt sich der Berliner Store am Ku’damm in eine temporäre Bibliothek: Die Pflegeprodukte machen Platz für queere Literatur. Wer vorbeikommt, darf sich eines der Bücher aussuchen und mitnehmen: ohne Einkauf, Mindestumsatz und Schwellenangst. Von Ocean Vuong’s „The Emperor of Gladness“, über „Pageboy“ von Elliot Page und „Image“ von Svea Mausolf bis zu „Hundesohn“ von Ozan Zakariya Keskinkiliç.

Die Geschichte stiftet Sinn, immerhin ist Äsop Namensgeber der 1987 in Melbourne gegründeten Pflegemarke. Die Fabeln des antiken Geschichtenerzählers handeln immer wieder von Machtgefällen und davon, wie vermeintlich Unterlegene mit Klugheit und Sprache bestehen können. Statt zum Pride Month also Verpackungsmaterial in Regenbogenfarben zu tauchen, setzt sich Aēsop mit den Erfahrungen, Kämpfen und Lebensentwürfen der Community auseinander. An den Rand gedrängte Personen und ihre Geschichten bekommen einen Platz in den Toplagen internationaler Großstädte – für alle zugänglich.

Die Aktion ist auch ein Zeichen unserer Zeit: Book Clubs erleben eine Renaissance und sind eine klare Antwort auf digitale Dauerbeschallung und steigende Bildschirmzeiten. Ein Buch zu öffnen bedeutet, in eine andere Welt einzutauchen, das Handy wegzulegen und sich in die Geschichte einer anderen Person einzufühlen und Teil von ihr zu werden. Lesen ist ein Perspektivwechsel und trainiert die eigenen Soft Skills, etwa die Fähigkeit zur Empathie. Diese Form von Self-Care ist gleichzeitig Fürsorge für andere. LGBTQIA+-Literatur bildet Lebensrealitäten ab, die gesellschaftlich immer wieder unsichtbar gemacht, nicht verstanden oder ausgegrenzt werden. Sie erzählt von gewählten Familien, Körpernormen, Widerstand, diasporischen Erfahrungen, Verlust, Selbstfindung und von der Freiheit, sich selbst immer wieder neu zu (er)finden. Das sind Geschichten, aus denen wir alle schöpfen können.

Seit ihrem Start 2021 setzt die Aēsop Queer Library jedes Jahr einen neuen thematischen Schwerpunkt. 2026 steht sie unter dem Titel „Body of Work“ und richtet den Blick auf Texte, die den Körper ins Zentrum rücken und Erfahrungen sichtbar machen, die lange keine Sprache und damit auch keine Gestalt hatten.

Dass Aēsop in seinem Queer Reading Room vom 22. bis 25. Juli die Pflegeprodukte aus den Regalen nimmt, ist auch ein Zeichen von Pflege und birgt eine schöne Pointe: Es geht nicht darum, etwas am Äußeren zu verändern, sondern eine Geschichte mitzunehmen, die den Blick auf das eigene Innere und auf andere verändern kann.

Aēsop Kurfürstendamm
Kurfürstendamm 17
10719 Berlin

[Editor]
Fabian Hart
[Illustration]
Lida Lucia
[Fotos]
PR
Juli 16, 2026
Archiv
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