VARIETÈ

 

SPRÜHKLEBER HAARLACK – GOT2B / KLEBER SPIKING WAX – GOT2B / ANZÜGE KILIAN KERNER

 

TUSH und GOT2B zelebrieren gemeinsam erneut die Vielfalt. Mit der
got2bPROUD-Kampagne 2021. Wer „Queerness“ kennt, weiß, dass es darum geht, wen wir lieben, es geht um die Communitys, die wir bilden, die Kunst, die wir erschaffen. Die gemeinsame Erfahrung, anders und vielfältig zu sein. Immer noch wird die Identität queerer Menschen schnell auf ihre sexuelle Präferenz reduziert, bei heterosexuellen Menschen kommt dies (so gut wie) nie vor. Das daraus resultierende Ungleichgewicht erschafft eine Abgrenzung, die heute mehr denn je diskutiert wird. Unter anderem, weil der Mut, sich zeigen zu dürfen und für Aufklärung zu protestieren, die verdiente Aufmerksamkeit findet! Kampagnen wie #yougot2bproud von got2be und unsere Arbeit beim TUSH Magazin fördern und fordern diese Werte. Gemeinsam haben wir auch im Jahr 2021 nach fünf Persönlichkeiten gesucht, die sich aktiv für mehr Diversität, Toleranz und Akzeptanz einsetzen. „Unzensiert“ sprechen sie mit uns auf den nächsten Seiten über Gender-Education, Aktivismus und was für sie #yougot2bproud bedeutet, über Varieté und Variety, die Gesellschaft und den Wunsch nach einem Perspektivwechsel.

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FABIO / @barbiegrugz
Wer bist du und was bedeutet für dich der got2b-
Kampagnenslogan: #yougot2bproud?

Ich bin Fabio, 22 Jahre alt und setze mich für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft gegenüber der LGBTQI+-Community ein. Niemand sollte aufgrund seiner Herkunft oder sexuellen Identität Ablehnung erfahren.
#yougot2bproud bedeutet für mich, dass man niemals an sich zweifeln sollte, egal was andere Leute einem vorgeben, wie man zu sein hat, und welche Richtung man für sich persönlich einschlägt.

Immer wieder werden Bilder mit queeren Inhalten in den sozialen Medien zensiert oder stehen unter starker Kritik. Hast du selbst Erfahrung mit negativer Kritik und Zensur im Kontext mit deiner Person oder Haltung? Und wie gehst du
auf Distanz, um dich selbst zu schützen?

Jeder, der ein bisschen anders ist, als die Norm vorgibt, hat schon einmal Zensur oder Kritik erfahren. Momentan hält sich das für mich aber im Rahmen. Ich komme vom Land, und da war es während meiner Schulzeit wesentlich schlimmer. Ich wurde jeden Tag diskriminiert. Wenn es mir jetzt passiert, reduziert es sich auf die sozialen Medien. Meine Taktik damals war, mich zurückzuziehen. Mit den Jahren habe ich gelernt, dass es keinen Sinn macht, mich dafür zu bestrafen, was andere Leute über mich denken. Im Gegenteil, heute revoltiere ich sogar noch mehr und provoziere Dinge, die Menschen merkwürdig oder andersartig finden. Wenn Leute sagen, ich mache etwas schlecht, setze ich mich zur Wehr, indem ich es doppelt so stark mache. Ich finde es gut, dass queere Inhalte mittlerweile auch im Mainstream- Fernsehen angekommen sind und somit ein Bewusstsein für „uns“ entsteht. Unsere Gesellschaft ist Vielfältigkeit und besteht aus einem Spektrum an Farben. Es ist ein guter Schritt, dass Firmen wie got2b oder das TUSH Magazin unsere Community über kommerzielle Kampagnen unterstützen, Sichtbarkeit auch bei einem breiteren Publikum zu erreichen. Jedoch wird dieses proqueere Marketing bei vielen Firmen auch für eine „Trendliberalität“ missbraucht. Um auf Toleranz hinzuweisen, reicht es nicht, seine Produkte mit einer obligatorischen Regenbogenflagge zu bestücken. Hier wird deutlich, dass wir noch mehr Einsatz zeigen müssen, unsere Vielfältigkeit zu einer Norm zu machen, die nicht mehr beworben werden muss.

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PHENIX / @thisisphenix
Wer bist du und was bedeutet für dich der got2b Kampagnenslogan: #yougot2bproud?

Ich bin Phenix und engagiere mich für die Rechte und Sichtbarkeit der LGBTQI+-Community, im Besonderen von Trans- und nonbinären Menschen. Ich interpretiere #yougot2bproud unter anderem so, dass man innehält und über die Definition „Proud“ reflektiert. Wir als queere Community oder im Speziellen ich als Transfrau sollten öfter mal innehalten und realisieren, worauf wir eigentlich schon alles stolz sein können, was wir mit unserem Aufruf nach Sichtbarkeit erreichen konnten. Rückblickend meine ich damit auch den Weg, den ich beschritten habe, um heute endlich ich selbst sein zu dürfen. Diese Entscheidung für mich macht mich stolz.

Was denkst du, wie wir weitermachen müssen, welche Ansätze brauchen wir, wo müssen wir anfangen, um langfristig für mehr Gleichheit und Akzeptanz zu sorgen?

Stichwörter: Akzeptanz und Flexibilität. Wir als Community, wir als Menschen, wir als Gesellschaft müssen aufhören, Dinge so eindimensional zu sehen. Wir Menschen sollten viel öfter als Spektrum begriffen werden und dass es eben verschiedene Geschlechtsidentitäten oder Sexualitäten gibt. Aber auch dass die individuelle Lebensweise etwas Intimes und Privates ist, deren Bewertung durch andere nicht zur Diskussion steht. Mein persönliches Credo ist, durch Empathie für Akzeptanz und Toleranz zu sorgen. Ich komme nicht an einen Ort, um akzeptiert und toleriert zu werden. Das ist etwas, was ich voraussetze. Um Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und alle abzuholen, versuche ich, für Empathie und Verständnis zu sorgen, indem ich meine Geschichte erzähle. Ich bin ein offenes Buch, damit „nicht betroffene Menschen“ sich in mich hineinversetzen können. Ich glaube, nur dann, wenn wir versuchen, in andere Menschen hineinzuschauen und im Austausch Verständnis füreinander zu generieren, lösen wir uns von Diskriminierung. Achtsame und gewaltfreie Kommunikation ist dabei eine treibende Kraft. Nicht alles sofort als Angriff zu verstehen und direkt in eine Abwehrhaltung zu gehen, sondern sich der Situation mit dem nötigen Respekt und Offenheit zu stellen. Nachvollziehen zu können, was das Problem war, und es zu lösen. Und das als Gemeinschaft.

HEMD - KILIAN KERNER

MARCEL / @karussellfahrt_
Wer bist du und was bedeutet für dich der got2b- Kampagnenslogan: #yougot2bproud?

Ich bin Marcel, 32 Jahre alt, wohne in Berlin und bin queerer Aktivist. 2019 wurde ich zu Mr Gay Germany gewählt und habe meine neue Rolle genutzt, um mich verstärkt für die Rechte der LGBTQI+-Community einzusetzen. Dabei habe ich meinen Fokus besonders auf die Ungleichheit beim Thema Blutspenden gerichtet. (Anm. d. Red.: Die Europäische Union hat eine Blutspende-Richtlinie erlassen, die vorgibt, dass Personen (gezielt homosexuelle Männer), deren Sexualverhalten ein hohes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt, vom Blutspenden ausgeschlossen werden sollen.) Darauf versuche ich nicht nur in der Rolle als Mr Gay Germany 2019, sondern auch auf meinem privaten Instagram-Account aufmerksam zu machen. Ich möchte dort zum einen aufklären und zum anderen auffordern, dass die Menschen Petitionen unterschreiben, sodass wir (als Community) die aktuelle Regierung und auch die folgende Regierung davon überzeugen, wie wichtig es ist, auch in dieser Sache eine Gleichstellung zu erhalten. Mein Blut ist genauso wertvoll wie das jedes anderen auch. Ich versuche auf meinem Instagram-Kanal @karussellfahrt den Austausch mit meinen Followern und der Community zu fördern. Ich bin anwesend, um zuzuhören, um von mir zu erzählen, und biete auch eine Plattform für Diskussionen. Dabei gebe ich vor, was ich mir von allen Menschen wünsche: weniger „judgemental“ zu sein. Dies kann man durch Kommunikation und konstruktive Kritik erreichen. Mein Motto ist: „Sprich die Menschen an und lerne sie kennen, bevor du dir online ein Bild machst!“ Das sollten sich einige zu Herzen nehmen.

Hast du selbst Erfahrung mit negativer Kritik und Zensur im Kontext mit deiner Person oder Haltung? Und wie gehst du auf Distanz, um dich selbst zu schützen?

Das ist ein sehr heikles Thema, da ich sehr persönlich auf meinem Kanal agiere. Deshalb bin ich auch schnell angreifbar. Für mich war es ein großer Schritt, mich davon emotional zu lösen und es zu schaffen, die positive Energie, die ich in meinem Alltag ausstrahle, auch immer wieder auf meinen Instagram-Account zu adaptieren. Mir gelingt es, da ich gelernt habe, mit negativer Kritik umzugehen. Ich bin davon überzeugt, dass man sich dieser selbstbewusst stellen kann, solange man authentisch bleibt und die subjektive Fremdwahrnehmung nicht an sich heranlässt.

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DANNY MA FANNY / @dannymafanny
Wer bist du und was bedeutet für dich der got2b- Kampagnenslogan: #yougot2bproud?

Mein Name ist Danny Ma Fanny und ich bin Dragqueen aus Stuttgart. Für mich ist es wichtig zu zeigen, dass Geschlechterrollen in der heutigen Zeit keinen Platz mehr haben. Männer dürfen feminin sein, Frauen dürfen maskulin sein. Keines der beiden Attribute sollte bewertet werden. Als „verkleideter Mann“ kann man durchaus Stärke ausstrahlen. Die feminine Seite in mir zeige ich mit Stolz. #yougot2bproud! Wichtig ist es, dass die Community zusammenhält, dass wir uns nicht verstecken und der Außenwelt zeigen, dass wir alle Menschen sind und dass jeder seine Daseinsberechtigung hat. Protestparaden und auf die Straße gehen werden meiner Meinung nach nichts daran ändern, dass Leute schräge Ansichten haben. Jeder sollte tun dürfen, was er will, solange man niemandem wehtut. Ich fordere auf, den direkten Dialog zu suchen, um ein Verständnis füreinander zu bekommen. Ich persönlich finde, dass wir erst einmal anfangen müssen, damit aufzuhören, das Wort des anderen auf die Goldwaage zu legen, und lernen, Aussagen zu differenzieren. Das bedeutet aber schon vorab ein Mindestmaß an Achtsamkeit und Wertschätzung, die in unseren Reihen nicht immer vorkommt. Jeder fühlt sich sehr schnell abgewertet und in seiner Individualität kritisiert. Doch woher kommt diese ständige Angriffshaltung? Es stimmt, dass wir in unserer Community selten mit Vorurteilen und voreiliger Kritik untereinander geizen. Manchmal glaube ich, dass es eine Art Schutzmechanismus ist, der entsteht, weil man selbst Diskriminierung durch das soziale Umfeld erfahren hat. Das führt dann relativ schnell auch zu einer voreiligen und durchaus abwertenden Haltung gegenüber anderen. Verletzung schafft Wut und Abgrenzung. Zum Beispiel verstehen viele homosexuelle Männer nicht, wieso man als Mann gerne Frauenkleider trägt oder sich in der falschen Geschlechtsidentität fühlt. Dann gibt es genügend Homosexuelle, die Dragqueens ablehnen. Oder das oft gehörte Beispiel, dass man sich auf diversen Datingplattformen aus Gründen erotischer Präferenz gegenseitig ausschließt. Eine Lösung dafür wäre, sich selbst in einer Minderheit nicht zu einer Minderheit zu machen und zu lernen, sich gegenseitig zu akzeptieren. Du musst nicht mit jedem übereinstimmen oder jeden toll finden, aber trotzdem kannst du Hand in Hand mit Leuten gehen, die das Gleiche wie du durchmachen. Im Kollektiv sind wir stärker.

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MALTE / @mlt.bsn
Wer bist du und was bedeutet für dich der got2b- Kampagnenslogan: #yougot2bproud?

Ich bin Malte und engagiere mich hauptsächlich in der Berliner Partyszene. Besonders bei sexpositiven Partys wie „Pornceptual“ oder dem queeren „Whole-Festival“. #yougot2bproud bedeutet für mich Selbstakzeptanz, die nur dann entsteht, wenn man offen für den direkten Dialog ist. Achtsame Kommunikation und ein Aufeinanderzugehen sind die wesentliche Grundlage dafür.

Was denkst du, wie wir weitermachen müssen, welche Ansätze brauchen wir, wo müssen wir anfangen, um langfristig für mehr Gleichheit und Akzeptanz zu sorgen?

Um eine Akzeptanz von allen Menschen zu schaffen, brauchen wir viel mehr Aufklärung und müssen noch aktiver den Dialog suchen. Ich denke, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, bis Gleichstellung und volle Integration queerer Persönlichkeiten in die Gesellschaft zu einem wesentlichen Bestand des MITEINANDER Lebens gehört. Dennoch sind wir auf einem sehr guten Weg, und wenn wir wirklich zusammenhalten, uns weiter mit Stolz zeigen, werden wir dieses Ziel erreichen. Wir sollten uns bewusst machen, dass wir alle (unterschiedliche Formen von) Aktivismus für mehr Toleranz betreiben und unsere Absichten nicht negativ konnotiert sind. Dennoch ist es meiner Meinung nach schwierig, alles richtig zu machen, ohne jemandem auf den Schlips zu treten. Mehr Verständnis ist hier ratsam.

#GOT2BUNCENSORED

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