Strobo-Lichter, Extravagantes Make-Up, Tanzperformance und Schubserei auf der Bühne.

Wir befinden uns nicht etwa im Zirkus oder einem Berliner Club, sondern bei der Fashion-Performance zu Daniel Mohrs Masterarbeit „Narretei“ in der HfK Galerie in Bremen.

Die Kollektion beschäftigt sich mit dem Narren als kultur- und zeitübergreifendes Phänomen und verbindet Geschichte mit Zukunft. Einfach gesagt: „Wie sieht der moderne Narr aus?“

„In weltweit jeder Kultur und Zeit gab es sie, die Schelmen, Nazisten, Clowns, Idioten, Außenseitern und Wahnsinnigen. (…) Der Narr, als lebendiger Spiegel, zieht jeden Zuschauer in seinen Bann, regt zur Reflektion an, stellt Fragen, kämpft für seine Freiheit, spendet Hoffnung und propagiert Menschlichkeit(..).“, so der Coburger Designer.

Dass der Narr für Freiheit steht, wird spätestens klar, als die Models nicht wie wir es gewohnt sind gleichmäßig ihre Runden laufen, sondern sich schubsen, den Zuschauern*innen den Mittelfinger zeigen und filmende Handys aus Händen stehlen.

Es gibt eine große Projektionsfläche, Zwei Tänzer, die vor der eigentlichen Fashion-Show performen und pulsierende, Trommel lastige Musik, die wohl einigen Anwesenden schwer aushaltbar vorgekommen sein mag.

Bevor die Models den Laufsteg betreten, laufen sie über die Wände, bzw. ihre digitalen Kollegen. Denn der 33-Jährige designt auch digital. Erst laufen acht digitale Looks, dann folgen acht analoge im Stil Gorpcore meets Punk.

Die Outfits sind teils aus Funktionsstoffen, Folien und Netzen und werden zu Crocs und Gummistiefeln kombiniert.

Durch gezielt positionierte Punkte und Striche sowie durch Masken werden die Gesichter der Models verfremdet, sodass sie vor Ais, bzw. Gesichtserkennungssoftware geschützt sind. Der moderne Narr will nicht erkannt und vom System erfasst werden.

„Der Narr ist eine zu Unrecht abgelehnte und missverstandene Gestalt, die extrem wichtig für jede Gesellschaft ist. Diese Arbeit soll die Geschichte der Narretei beleuchten und ihre Wichtigkeit ins Bewusstsein heben. Ein Lob der Torheit!“

Daniel Mohr

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